Was machen Ballonpiloten im Winter?
- 31. Dez. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Juni 2025
Wenn der Winter kommt und der Himmel grau wird…
Wer kennt das nicht? Du fährst im Dezember voller Vorfreude zu deiner Lieblings-Eisdiele – meine übrigens steht in Molbergen – und dann… geschlossen! Einfach zu. Kein Eis. Keine Waffel. Kein Schoko-Haselnuss-Traum.
Warum? Die erste Vermutung liegt auf der Hand: Die Eisdielen-Crew hat im Sommer ordentlich Kasse gemacht und verabschiedet sich nun für ein halbes Jahr in die wohlverdiente Auszeit.
Vier bis sechs Monate Urlaub? Klingt verlockend. Aber Moment mal…
Hier geht’s ja nicht um Eis. Hier geht’s um das, was uns wirklich abhebt: Ballonfahren.
Und genau wie beim Eis schwindet im Winter auch bei uns die Nachfrage. Kein Wunder – bei norddeutschem „Schietwetter“ in einen grauen Himmel zu steigen, macht niemandem Spaß. Nicht den Gästen. Nicht den Piloten. Und – jetzt kommt’s – auch nicht dem Ballon.
Ja, du hast richtig gelesen: Ballone hassen Regen.
Diese majestätischen Riesen aus Nylon und heißer Luft sind nämlich echte Sensibelchen. Sie mögen es trocken, sauber und gepflegt. Wird ein Ballon bei Matsch und Nässe eingepackt und nicht schnell wieder getrocknet, setzt er Schimmel an – und das schwächt das Material. Vor allem die Hülle leidet. Und auch wenn der Ballon deshalb nicht gleich vom Himmel fällt, verliert er wertvolle Flugzeit. Seine Lebensdauer schrumpft. Statt 900 Stunden in der Luft, vielleicht nur noch 700.
Darum heißt es im Winter: Keine Ballonfahrten. Kein Eis.
Aber das bedeutet nicht, dass wir Piloten uns zur Ruhe setzen.
Wo also sind die Ballonfahrer im Winter?
Es gibt zwei Sorten von uns:
🔸 Die einen haben einen Hauptjob und steigen im Sommer nebenbei in den Korb.
An dieser Stelle: Ein Riesen-Dankeschön an unser großartiges Team – ihr seid das Herz unserer Flüge! 🙌🏽
🔸 Und dann gibt’s uns Vollzeitpiloten. Wir leben das Ballonfahren.
Im Sommer sieben Tage die Woche, manchmal rund um die Uhr. Urlaub? Fehlanzeige.
Doch auch im Winter lassen wir die Seele nicht baumeln – im Gegenteil: Wir suchen das Abenteuer.
Die letzten drei Winter waren wir in den Alpen unterwegs. Dort, wo klirrende Kälte die Feuchtigkeit vertreibt, ist Ballonfahren sogar im Winter möglich – und es ist magisch.
Stellt euch das vor:
Stahlblauer Himmel. Schneebedeckte Gipfel. Über dir bunte Ballone, unter dir die weiße Unendlichkeit der Berge. In der Ferne Apfelstrudel, heißer Punsch – ja, selbst ein paar Eisdielen haben offen.
Manchmal gleiten wir gemütlich von Tal zu Tal. Und manchmal wagen wir das ganz große Ding: Eine Alpenüberquerung.
Von Bayern, über Österreich, bis nach Italien 🇮🇹.
Ein Flug auf 5.000 bis 6.000 Metern Höhe, mit Geschwindigkeiten über 100 km/h.
Ein Erlebnis, das nur wenigen vergönnt ist – die Königsklasse des Ballonfahrens.
Andere Piloten wiederum zieht es in die Ferne:
Nach Cappadokien, Myanmar, Ägypten oder Marokko 🇲🇦 – dorthin, wo der Himmel das ganze Jahr einlädt.
Und genau hier bin ich gerade.
Ich schreibe euch diese Zeilen aus der warmen Sonne Marokkos.
Mit Blick auf Palmen, Sanddünen und Ballone am Horizont.
Und während ihr euch fragt, ob wir im Winter faul auf der Couch liegen, kann ich euch sagen:
Heute ist der 31. Dezember. Und ich habe in diesem Jahr an genau 365 Tagen gearbeitet.
Nicht jeder Job lässt dich fliegen – meiner schon.
Folgt mir gerne auf Instagram oder Facebook – ich nehme euch mit, hoch hinaus. ✨🎈
Mein Geheimnis liegt darin, dass ich meine Arbeit liebe und es sich für mich nicht wie Arbeit anfühlt, sondern wie 365 Tage Urlaub.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr und falls ihr nicht mit eurer Arbeit glücklich seid, ändert etwas.
Es ist nie zu spät und man ist nie zu alt dafür.
Alles Liebe
Captain Holger





















































































































































































































































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